Abenteuer Vulkan

Ulla Lohmanns aktuelle Heimat ist das oberbayrische Schäftlarn. Mehr als ein Drittel des Jahres verbringt die erfolgreiche Fotografin und Filmemacherin allerdings nicht zuhause. Lohmanns Expeditionen und Erlebnisse finden sich regelmäßig in Magazinen wie National Geographic und Geo.

Aktuell bereist sie mit ihrem Mann Basti und ihrem kleinen Söhnchen Manuk Europa und hat sich vorgenommen jeweils den höchsten Berg der 47 Länder des europäischen Kontinents zu besteigen. Und das in 470 Tagen. Von jedem Berg bringt die charismatische Geschichtenerzählerin zahlreiche Fotos, Videos sowie 360°-Fotos mit.

Ein anderer Schwerpunkt ihrer fotografischen Arbeit ist seit vielen Jahren das Thema Vulkanismus. Seit sie als Achtjährige zusammen mit ihren Eltern im zerstörten Pompeji eine erste Ahnung der vernichtenden Kraft eines Vulkans bekam, lässt sie das Thema Vulkanismus nicht mehr los. Bis die Abenteurerin allerdings als einer der ersten Menschen überhaupt einmal am Rande des brodelnden Lava-Sees des Vulkans Benbow auf der Insel Ambrym stehen würde, sollten noch viele Jahre ins Land ziehen. 1999 stand sie das erste Mal am Kraterrand des Vulkans, im pazifischen Inselstaat Vanuatu. Weit unten, tief im Krater konnte man den See aus flüssiger Lava mehr erahnen denn sehen, und sofort erwuchs in Lohmann der Traum, da einmal so weit wie möglich hinabzuklettern – weiter, als je ein Mensch zuvor – und sich das Naturspektakel einmal aus der Nähe anzusehen.

Kraterrand

Auf das Ziel fokussiert

Und da Beharrlichkeit eine der prägendsten Eigenschaften der Fotografin und Filmemacherin ist, verfolgte sie dieses Ziel hartnäckig. Dazu schloss sie sich einer Expedition von National Geographic an, zunächst noch als Köchin. Später studierte sie Umweltmanagement und Fotojournalismus in Australien und verkaufte erste Reportagen. Auf einer ihrer Expeditionen lernte sie den Alpinisten Basti Hofman kennen und lieben – die beiden werden ein Team und verfolgten ihre Ziele fortan gemeinsam.

2014 war Lohmanns Traum zum Greifen nah: Zusammen mit ihrem Basti und dem französischen Vulkanologen Thomas Boyer drang sie mehrere hundert Meter auf die zweite von drei Ebenen im Krater des Benbow vor. Doch der unverhofft einsetzende Regen verwandelte sich in Kombination mit den Vulkangasen zu einem ätzenden, lebensbedrohlichen Sturzbach, der die Tragfähigkeit der Seile und Karabiner zunichte zu machen drohte. Trotz des sofortigen Abbruchs gelang der Wiederaufstieg nur mit knapper Not. „Solche Rückschläge sind wahnsinnig frustrierend. Kurz vor Erreichen des Ziels den Rückzug antreten zu müssen, ist wirklich hart.“

Der nächste Versuch 2015 startete nicht viel erfolgsversprechender: Mehr als drei Wochen musste das Team in selbstgezimmerten Schutzhütten am Fuß des Vulkans ausharren und den Dauerregen abwarten. „Ich komme mir vor wie ein eingesperrtes Tier, und der Regen ist unser Käfig“, schrieb Lohmann damals in ihr Tagebuch. Doch kurz vor Ende der auf vier Wochen angelegten Expedition klart das Wetter auf, und das Team kann den Abstieg in den Krater wagen.

Am Kraterrand seilen sie sich die ersten 150 Meter auf die erste Ebene ab. Dann noch einmal 110 Meter auf die zweite Ebene. Hier mussten sie im Vorjahr aufgeben. Doch dieses Mal haben sie mehr Glück. Die letzten 150 Meter Abstieg führen sie auf die unterste Ebene. Immer wieder werden sie dabei von giftigen Gasen umhüllt, die Sichtweite sinkt teilweise auf unter zehn Meter. Unten angekommen werden sie mit einem Anblick belohnt, den vor ihnen noch kein Mensch genossen hat. Nur 50 Meter unter ihnen brodelt ein See aus rotglühender Lava, die explosionsartig bis zu 70 Meter in die Höhe schießt. Der Vulkanologe Boyer misst die Oberflächentemperatur: 1.276 Grad Celsius – 200 Grad mehr als erwartet. Ulla Lohmann fotografiert das Spektakel und ihr gelingen atemberaubende Bilder. In Hitzeschutzanzüge gehüllt nimmt sie zusammen mit Boyer Lavaproben.

Der Anfang einer ganz besonderen Verbindung

Für Boyer war die Expedition 2015 nur der Anfang, und auch Lohmann ist weiterhin mehrfach im Jahr auf Ambrym und pflegt dort intensive Kontakte zu den Inselbewohnern. „Mittlerweile wurden schon drei Kinder nach mir benannt“, berichtet die 40-jährige nicht ohne Stolz. Die älteste Ulla ist inzwischen acht Jahre alt, und an dieser großen Ehre lässt sich die Besonderheit von Lohmanns Arbeitsweise ablesen: Mit Beharrlichkeit, großem Einfühlungsvermögen und jeder Menge Herzlichkeit lässt sie sich voll und ganz auf ihre Themen und vor allem die damit verbundenen Menschen ein. Dazu gehört es auch, die jeweilige Landessprache zu beherrschen. Nur so ist es ihr gelungen, das Vertrauen des Anga-Stammes in Papua- Neuguinea zu gewinnen. 

Ulla Lohmann Enge Verbindung mit den Einwohnern
Ulla Lohmann Enge Verbindung mit den Einwohnern

„Häuptling Gemtasu hat mich wie eine Tochter aufgenommen. Und mein Mann Basti hat bei Gematsu ganz offiziell um meine Hand angehalten. Dazu hat er sogar ein Schwein als Brautgeschenk gestiftet“, berichtet die Fotografin augenzwinkernd. Inzwischen ist Gematsu gestorben. Zu seinen Lebzeiten hat er Lohmann noch ein außergewöhnliches Versprechen abgerungen: Gemtasu wollte als Erster seit einer ganzen Generation – so wie zuletzt sein Vater – einer alten Tradition folgen, und mumifiziert werden. Lohmann sollte diesen Prozess dokumentieren. Als es dann wirklich soweit war, musste sie lange mit sich ringen, entschloss aber dann doch, sich dieser schweren Aufgabe zu stellen. Der Lohn ihrer zeitaufwändigen Arbeitsweise sind einzigartige, intime Reportagen mit ganz besonderen Einblicken und grandiosen Bildern. 

Zu Hause das Erlebte verarbeiten

Wenn Lohmann von ihren Expeditionen zurück in die oberbayrische Heimat kommt, bearbeitete sie ihre Bilder fürs Internet im sRGB-Farbraum schon immer selbst. „Aber für meine Buchprojekte habe ich den Verlagen in der Vergangenheit oft die RAW-Bilder zur Verfügung gestellt“, so die Fotografin. „Ich dachte, so haben sie alle Möglichkeiten, das Maximum aus meinen Bildern herauszuholen“, meinte Lohmann, „doch im Buch sahen die Bilder leider oft nicht so aus, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Mittlerweile nutzt Lohmann nun den ColorEdge CG2730 sowie den CG319X von EIZO und ist begeistert: „Es ist der Wahnsinn, welche Farben plötzlich in meinen Bildern stecken. Die gesättigten Rottöne meiner Vulkanbilder zum Beispiel bekommen plötzlich noch einmal eine ganz andere Intensität.“

Und um in Zukunft unliebsame Überraschungen zum Beispiel bei Buchproduktionen zu vermeiden, gibt die Fotografin ihre Bilder inzwischen fertig bearbeitet ab. „Wenn ich das ICC-Profil des Drucks habe und die Bilder in der Softproofansicht bearbeite, kann ich sicher sein, dass sie hinterher im Druck auch so aussehen, wie ich sie haben will, nämlich so, wie ich die Situation gesehen habe und festhalten wollte“, erklärt Lohmann. Eine große Hilfe dabei sind die eingebauten Kalibrierungssensoren ihrer Monitore der CG-Serie. Damit können die Bildschirme sogar selbst dafür sorgen, dass die Darstellung immer exakt der Datei entspricht. Das funktioniert sogar, wenn Lohmann mal wieder irgendwo in der Welt unterwegs ist und den Monitoren kein Rechner hängt. Wieder zuhause angekommen, kann sie so direkt mit der Bearbeitung der Ergebnisse ihres aktuellen Projekts „Abenteuer Europa“ beginnen, ohne sich vorher noch um technische Belange wie Monitorkalibrierung oder ähnliches kümmern zu müssen.

Bei Ulla Lohmann im Einsatz
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