Daniele Barraco ist ein renommierter italienischer Fotograf. Er wurde 1980 geboren und wuchs als Musiker auf, der mit seiner Band siebzehn Jahre lang als Schlagzeuger durch Europa tourte. Er sieht sich selbst als moderner Klassiker. Seine Leidenschaft gilt den Menschen, ihren Gesichtern und ihren Geschichten.
Er nähert sich Themen mit einer starken visuellen Klarheit und einem klassischen Sinn für Komposition und schafft moderne, auffällige und ikonische Bilder für den Werbe- und Redaktionsmarkt. 

Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Fotografie, und wann haben Sie beschlossen, sich auf Porträtfotografie zu spezialisieren?

Bilder haben mich schon immer fasziniert. Ich weiß noch ganz genau, wie ich als kleiner Junge im Wohnzimmer saß und ganz gebannt einer Diashow mit Urlaubsbildern meines Vaters zugesehen habe. Ich habe immer einzelne Dias aus dem Diaprojektor herausgezogen, eines nach dem anderen gegen das Licht gehalten und dann die ausgesucht, die mir am besten gefallen haben; das war sozusagen der Editierprozess in meiner Kindheit.

Diese Erinnerung manifestierte sich Jahre später, als ich erst einen allgemeinen Sinn für Ästhetik entwickelte und später dann auch ein Interesse an der Fotografie.

Ich kam eigentlich sofort mit Porträtfotografie in Berührung, gleich zu Beginn meiner Karriere. Ich glaube, es war im Grunde ein Weg, um meine Schüchternheit zu überwinden. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, Menschen zu treffen und mich selbst herauszufordern. Das hat meinen Charakter und meine Sozialkompetenz positiv beeinflusst.

Ein Porträtfotograf muss eine gewisse Empathie mit seinem Porträtmodell erreichen. Was tun Sie, wenn das nicht funktioniert?

Empathie ist ein wesentliches Element in der Porträtfotografie. Wenn Fotograf und Modell sich gut aufeinander einstellen können, erhält man tolle Ergebnisse. Es kann aber durchaus auch das genaue Gegenteil passieren: Manchmal wird ein unerwartetes, ehrliches, zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, obwohl diese Empathie fehlt. Ich persönliche verlasse mich bei der Arbeit auf meine Instinkte und Eindrücke. Ich möchte nichts erzwingen; ich sehe mich eher als Beobachter, der sich an die sich von selbst ergebenden Situationen anpasst und bereit ist, diese aufmerksam und fachkundig einzufangen. Wenn du dich in das Porträtmodell hineinversetzt, gewinnst du noch eine andere Perspektive als die des Fotografen. Ich glaube, im Laufe der Jahre habe ich wahrscheinlich ein stärkeres Feingefühl im Umgang mit Menschen entwickelt und weiß heute merkwürdige und peinliche Situationen zu vermeiden. 

Vanity Fair Cover
Vanity Fair Innenteil

War es Ihre Geduld oder Ihre Liebe zur Schönheit im Detail, die Sie dorthin gebracht hat, wo Sie heute sind?

Meine Detailverliebtheit ist sicherlich sowohl in meinem Beruf als Fotograf als auch in meinem Privatleben ein sehr wichtiger Faktor ... Aber es braucht einfach Geduld, und auch Durchhaltevermögen, damit eine talentierte Person mittel- und langfristig gute Ergebnisse erzielen kann. Für mich ist noch kein Ende in Sicht, ich habe immer irgendwelche Ziele vor Augen; und jedes Ziel, das ich erreiche, öffnet die Tür zum nächsten Schritt, zur nächsten Ebene. Das kann ich mit Gewissheit sagen, nachdem ich zehn Jahre als Fotograf gearbeitet und ein kurzes Intermezzo als Regisseur hatte (das eigentlich noch nicht zu Ende ist). Zuvor bin ich neue Dinge immer ängstlich und misstrauisch angegangen. Doch heute, nachdem ich mich in meiner Arbeit weiterentwickelt habe, suche ich bewusst nach dem Neuen und Unbekannten, da mir das den nötigen Impuls gibt, um die Leidenschaft aufrechtzuerhalten. Jede Person ist anders und einzigartig, und jeder Weg, der eingeschlagen wird, führt unvermeidlich zu einem Ergebnis; manchmal ist das der Weg selbst. Wie ein Sprichwort sagt: Die Reise ist wichtiger als das Ziel oder vielmehr die Reise selbst ist das Ziel; jeder Weg ist geprägt von Herausforderungen und Erfolgen, beeinflusst von dem Feingefühl und der Emotion, mit denen die Person die Herausforderung angehen kann.

Daniele Barraco with EIZO

Inwieweit hat der ColorEdge CG319X Ihren Postproduktionsprozess verändert?

Seit ich mit dem CG319X arbeite, verbringe ich weniger Zeit vor dem Computer. Ich kann effektiver und präziser eingreifen, wenn Korrekturen erforderlich sind, sowohl in Bezug auf Farben als auch Texturen. Da es sich um einen 10-Bit-Monitor handelt, können Abstufungen und komplexere Grauabstufungen ohne Alias-Effekte in linearer Weise reproduziert werden. Für mich, der sehr sanfte Beleuchtung vor grauen Hintergründen verwendet, ist die Aufgabe dadurch viel angenehmer und erfüllender geworden. Auch hinsichtlich der Kalibrierung muss ich eigentlich gar nichts mehr machen. Mein altes Modell musste ich mit dem Spektralphotometer manuell kalibrieren. Jetzt übernimmt der CG319X die ganze Arbeit und aktualisiert sich automatisch, indem er einmal pro Woche eine Kalibrierung gemäß meinen Einstellungen durchführt.

Erzählen Sie uns von Ihrer wichtigsten und einflussreichsten Begegnung, die Sie bisher erlebt haben, und natürlich auch von Ihrer Veröffentlichung im Magazin „Vanity Fair“.

Es gab zwei Begegnungen, die mein kreatives Leben komplett verändert haben. Zuerst und vor allem die Begegnung mit meiner Partnerin Alice. Sie hat mein Potenzial als Fotograf gesehen und mich ermutigt, diesen Karriereweg einzuschlagen; es ist also zum Teil ihr zu verdanken, dass ich heute hier sitze und mit einem der bekanntesten Monitorhersteller der Welt ein Interview führe. Die zweite entscheidende Begegnung, die ebenfalls durch Alice zustande kam, war mit Francesco De Gregori. Wir sind jetzt seit knapp zehn Jahren befreundet; anfangs war das keineswegs abzusehen, doch irgendwann hat sich plötzlich eine echte Freundschaft mit großer gegenseitiger Wertschätzung entwickelt. Ich habe sehr viel von Francesco gelernt, obwohl er zwar sicherlich sagen würde, es sei nie seine Absicht gewesen, mir etwas beizubringen. Einige Menschen verfügen einfach über so viel Charisma, Kompetenz und Feingefühl, dass sie dir Input geben, ohne dass es von ihnen beabsichtigt oder ihnen selbst bewusst ist. Dank Francesco haben sich die Dinge einfach weiterentwickelt, und nach unzähligen Fotografien sowie der von Caravan mit Rai Cinema produzierten Dokumentation Vero dal Vivo bin ich an einem weiteren entscheidenden Höhepunkt meiner Karriere angelangt. Ich könnte auch sagen, es ist ein kleiner wahrgewordener Traum, ein Ziel, das ich seit Jahren verfolgt hatte: das Cover der Vanity Fair, das für uns Porträtfotografen schon immer ein Goldstandard gewesen ist. Als ich diesen Meilenstein erreicht hatte, habe ich mir wie des Öfteren Zeit genommen, um Bilanz zu ziehen – nach einem Jahrzehnt in diesem Beruf ist das besonders wichtig. Dabei bin ich zu folgenden Schlüssen gekommen:

1. Glück zählt mehr als Vorbereitung. Es ist für mich selbstverständlich, dass ein Experte gut ist in dem, was er tut; ich habe aber auch gemerkt, dass es oft eine glückliche Gelegenheit braucht, die ein Projekt ins Rollen bringt, das man vielleicht vorher monate- oder sogar jahrelang vergeblich anzuschieben versucht hat. Oft gibt es hier keine logische Funktionsweise für diese Dinge, man muss einfach bereit sein und schnell reagieren, um die Gelegenheit beim Schopf zu packen.

2. Wir retten mit unseren Fotos nicht die Welt; wahrscheinlich haben wir sie tatsächlich noch schlimmer gemacht, deshalb sollte man immer den Ball flach halten und konzentriert bleiben – das bringt mehr, als sich als etwas beweisen zu wollen, was man nicht ist.

3. Ein guter Fotograf erzielt schnelle Gewinne, aber ein professioneller Künstler kann nur langfristig gewinnen. Man kann seine Karriere nicht vorhersehen: Selbst wenn man Vergleiche anstellt oder Prognosen abgibt, sieht die Realität oft anders aus. Eine schnelle Anpassungsfähigkeit in Kombination mit einer gesunden Portion Optimismus kann sich bei der eigenen Karrieregestaltung als hilfreich erweisen. In diesem Beruf sind die Künstler, die bekannt werden, oft diejenigen, die neben ihrem großartigen Talent noch zwei weitere Dinge mitbringen: endloses Durchhaltevermögen und Geduld.

4. Furcht oder Hemmungen helfen nicht, sondern schaden nur. Sich beim Kreativsein selbst gehen zu lassen, ist wahrscheinlich eine der wenigen echten Freiheiten, die wir haben und die wir brauchen; während des kreativen Prozesses das richtige seelische Gleichgewicht zu finden, hilft uns bei unserer künstlerischen

5. Für alle anderen Dinge, die oben nicht genannt wurden, gibt es einen gebührenpflichtigen Workshop ... nur Spaß! Wir dürfen uns nicht zu ernst nehmen, denn sonst könnte es sehr öde werden.

Daniele Barraco - Kurzprofil

Daniele Barracos ( aka DB )  ist renommierter Fotograf im Bereich Unterhaltung, Prominente und Porträtfotografie. Seine Bilder wurden auf Vanity Fair, Rolling Stone, Sportweek, Corriere Corriere della Sera, Style Magazine, Le Figarò, The Guardian, The Observer, Sidney Morning Herald veröffentlicht. Neben seiner Tätigkeit als renommierter Fotograf, ist er mittlerweile auch als Regisseur erfolgreich.

Daniele Barraco im Interview mit der FOTO CULT.

Zum CG319X

CG319X CG-Serie
CG319X ColorEdge

In der 4K-Videowelt sowie für Fotografen und Grafiker bietet der CG319X entscheidende Vorteile: Er stellt Inhalte dank seiner Auflösung von 149 ppi extrem scharf dar.

  • 78,9 cm (31,1 Zoll)
  • 4096 x 2160 (4K)
  • IPS (Wide Gamut)
  • Integrierter Sensor für Selbstkalibrierung
  • Format 17:9
4776,00 EUR
UVP inkl. 16 % MwSt.
Als Demogerät zu 4093,00 EUR inkl. MwSt. erhältlich
  • 78,9 cm (31,1 Zoll)
  • 4096 x 2160 (4K)
  • IPS (Wide Gamut)
  • Integrierter Sensor für Selbstkalibrierung
  • Format 17:9