Wie kaum eine andere Branche setzt die internationale Textil- und Bekleidungsindustrie schon seit Jahrzehnten auf eine globale Produktion. Gleichzeitig verkürzen sich die Kollektionsintervalle dramatisch und manch eine Bekleidungsmarke versucht gar, dem Kunden jedes Wochenende ein neues Einkaufserlebnis mit immer neuen Produkten zu bieten.

Man sollte meinen, dass eine global agierende Branche mit einem so hohen Innovationsdruck längst, wo immer möglich, volldigital arbeitet. Doch weit gefehlt. Denn statt Farbkommunikation und Bemusterungs- und Qualitätssicherungsprozesse digital und im Idealfall in Sekunden zu erledigen und die zeit- und kostenintensive physische Bemusterung nur auf unvermeidbaren und neuralgischen Schritte des Produktionsprozesses zu beschränken, spielt die Zackenschere als Sinnbild für den physischen Versand von ausgeschnittenen Stoffsamples oder gar ganzen Chargen auch heute noch die entscheidende Rolle.

Digitale Transformation: Großes Bewusstsein, doch oft noch am Anfang

Fast alle Modehäuser und deren Zulieferer beschäftigen sich aktuell mit dem Thema „Digitale Transformation“. Gesucht wird ein Verfahren, Farben, Texturen, Muster, Bilder und 3D-Objekte auszutauschen und so einen Großteil des Design-, Bemusterungs- und Qualitätssicherungsprozesses virtuell, also digital zu erledigen. Der Vorteil liegt auf der Hand: einerseits fallen zahllose zeitintensive Kuriersendungen weg – andererseits lassen sich so unzählige Mailverkehre reduzieren.

Voraussetzung ist allerdings, dass die beteiligten Designer, Produktentwickler, Marken und Produzenten auf einer gemeinsamen Plattform zusammenkommen und dort auch eine gemeinsame (Farb-)Sprache sprechen. Und genau das bietet die DMIx Cloud von ColorDigital. Das Kölner Unternehmen ist als Tochtergesellschaft des Deutschen Mode Instituts (DMI) tief in der Modeindustrie verwurzelt und kennt deren Bedürfnisse genau. Gegründet 2013 arbeitet das Team um die beiden Geschäftsführer Olaf Kölling und Gerd Willschütz seither daran, genau jenen digitalen Hub zu erschaffen, den die Mode- und Textilindustrie braucht, um die digitale Transformation erfolgreich zu vollziehen. Die besondere Herausforderung dabei: die gemeinsame Sprache: Da Farben auf Materialien immer stark vom Licht abhängig sind, mit dem sie beleuchtet werden und Farbwahrnehmung generell eine vergleichsweise subjektive Angelegenheit ist, ist die Objektivierung dieser Farben die oberste Priorität und der wichtigste Erfolgsfaktor des ganzen Konzepts.

Digitaler Hub: DMIx-Cloud

Um den Workflow unabhängig von unterschiedlichen Beleuchtungssituationen zu machen, werden Farbinformationen in der DMIx-Cloud von Beginn an ausschließlich in Spektralwerten ausgetauscht. Dadurch spielt die genutzte Beleuchtung keine Rolle mehr. Eine weitere Fehlerquelle ist das unterschiedliche Farbmanagement unterschiedlicher Betriebssysteme, Browser und Devices. Hier ist es ColorDigital gelungen, mit Hilfe der Web- und Desktopapplikationen einen farbverbindlichen und konsistenten Workflow zu erschaffen. Mittlerweile befinden sich jedoch nicht mehr nur Farbinformationen in der Cloud – inzwischen werden auch Texturen und Bilder gehostet. So lassen sich neben der reinen Farbinformation auch Oberflächeneigenschaften wie Reflexionsverhalten sowie dreidimensionale Texturen digital erfassen.

EIZO als Teil der Digital Textile Connection
EIZO als Teil der Digital Textile Connection.

Kompetenzallianz „Digital Textile Connection“

Doch damit dieser komplexe Workflow funktioniert sind neben der zentralen Cloud und den dazugehörigen Web- und Desktoplösungen weitere Hardware- und Softwarebestandteile erforderlich. Um Kunden eine möglichst einfach zu handelnde Gesamtlösung anbieten zu können haben sich deshalb die einschlägigen Marken zu einer Kompetenzallianz zusammengeschlossen, der: Der Digital Textile Connection. Hier haben sich die Markt- und Innovationsführer der Branche zusammengetan, um Nutzern der DMIx-Cloud ein Rundum-Sorglos-Paket von der Erfassung der Daten, über die Darstellung bis hin zur Ausgabe anbieten zu können, das einfach und ohne große technische Probleme funktioniert.

Zur Erfassung von Daten zu Farbinformationen und Materialeigenschaften bietet x-rite mehrere Lösungen vom einfachen Spektralphotometer bis hin zum hochkomplexen TAC7 Scanner. Mit der Virtual Light Booth hat x-rite zudem eine 3D-Visualisierungslösung im Programm.

Der Softwarespezialist Assyst hat sich mit seiner Vidya-Software auf virtuelle Modellierung textiler Strukturen spezialisiert.

Epson bietet zahlreiche Drucker für den Sublimationsdruck an, um digitale übertragene Muster nach dem digitalen Versand umgehend und ohne Postlaufzeiten physisch erlebbar zu machen.

Ein Paradebeispiel, wie der digitale Workflow mit der DMI-Cloud funktionieren kann, ist die Firma Peter Büdel GmbH aus Laufach. Das Unternehmen ist auf Accessoirelösungen spezialisiert und kann seinen Kunden Dank der Schnelligkeit und Flexibilität, die der digitale Workflow bietet, individuelle Produkte in kürzester Zeit zur Verfügung stellen.

Monitor als visuelles Kernstück der DMI-Cloud

Die erfassten Daten können noch so präzise vorliegen. Ohne einen Monitor, der die gewünschten Daten einerseits absolut unverfälscht anzeigt und andererseits einen möglichst großen Farbraum abdeckt, um möglichst alle Farben, die in den digitalen Assets gespeichert sind, auch darstellen zu können, ist eine visuelle Bemusterung nicht denkbar. Deshalb ist EIZO mit seinen ColorEdge-Monitoren Teil der Digital Textile Connection. Der große Farbraum der ColorEdge Wide-Gamut-Monitore ermöglicht auch die Darstellung besonders gesättigten Farben. Außerdem garantieren die 16-Bit-Look-Up-Table und die Farbdarstellung in 10 Bit absolut sanfte und stufenlose Verläufe. Der Digital-Uniformity-Equalizer sorgt für eine homogene Bilddarstellung über den gesamten Anzeigebereich des Monitors und Dank der 5-Jahre Garantie mit Vor-Ort-Austausch bleibt auch die TCO berechenbar. Besonders die Monitore der CG-Serie sind prädestiniert für den Einsatz als Referenzmonitore in der digitalen Bemusterung. Durch die eingebauten Kalibrierungssensoren zur Hardwarekalibrierung kann die regelmäßig erforderliche Kalibrierung automatisiert werden und reduziert so den erforderlichen Administrations- und Supportaufwand auf ein absolutes Minimum. Gerade in Unternehmen mit mehreren farbverbindlichen Arbeitsplätzen hat sich die zentrale Administration der ColorEdge-Monitore mit Hilfe der Kalibrierungssoftware ColorNavigator 7 sehr bewährt.

ColorEdge Textil Worflow
EIZO Monitore als zentrales Kernstück der DCMI-Cloud.

Gesamtlösung für digitalen Workflow – der Weg in die Zukunft

ColorDigital ist es zusammen mit seinen Partnern der Digital Textile Connection also gelungen, ein schlüssiges Rundum-Sorglos-Paket zu entwickeln, das Unternehmen der Mode- und Textilindustrie die digitale Transformation denkbar einfach macht und ihnen so ermöglicht, auf die immer schneller werdenden Anforderungen des Marktes reagieren zu können und ihre Marktposition auch in Zukunft erhalten oder sogar noch ausbauen zu können.